Einblicke in die Entstehung von graciena
Die Entstehung einer Schriftart ist ein langwieriger iterativer Prozess. Vom Moodboard bis hin zur finalen otf.-Datei vergehen zahlreiche, wenn nicht hunderte Stunden, in denen vor allem zahlreiche Feinheiten optimiert werden. Hier möchte ich einige Einblicke in diesen Entstehungsprozess geben. 
Dieser begann für die graciena zunächst mit dem Moodboard und zahlreichen Skizzen und Schriftstudien. In diesem Stadium eines Projektes arbeite ich gerne von Hand - sei es mit Bleistift auf Papier oder mit digitalen Skizzen-Tools wie Wacom und Photoshop. 

Stehen die Charakteristiken der Schriftart (Formsprache, Gewicht, Kontrastmodell, Serifen, Besonderheiten, etc.) fest, kann auf Basis der Skizzen vektorbasiert weitergearbeitet werden. Hierbei empfiehlt es sich jeweils mit einem Vertreter jeder Buchstabengruppe zu starten (Beispielsweise dem h als Vertreter für alle mit Bogenverbindungen: n, h, m, u, r). Für einen optimierten Lesefluss und ein harmonisches Schriftbild sollten alle Formen aufeinander abgestimmt sein, besonders aber die Buchstaben einer Buchstabengruppe stark aneinander angelehnt sein. 

Besondere Herausforderungen bei der graciena bestanden in diesem Schritt vor allem darin, die charakteristischen Tropfenformen und haarfeinen Ovale immer wieder auf neue, miteinander stimmige Weisen in die Buchstaben einzubringen. Hilfreich ist dabei, möglichst viele Variationen auszuprobieren, mit den bestehenden Buchstaben abzugleichen und dabei immer wieder mit möglichst frischem Blick und Abstand die Formen zu betrachten: Kippt die Form in eine Richtung? Herrscht ein Über- oder Ungleichgewicht? Fällt ein Detail im Kontext der anderen Buchstaben aus dem Bild?

In zahlreichen Iterationen werden Feinheiten variiert, Buchstabenentwürfe nebeneinander gesetzt, betrachtet und wieder optimiert. Wenn schließlich alle Buchstaben ein stimmiges Schriftbild ergeben, kann in Fontself weitergearbeitet werden. Hier wird für alle Kombinationen von Buchstaben das Kerning angepasst, so dass sich im Text ein gleichmäßiger Grauwert und damit ein harmonisches und gut leserliches Schriftbild ergibt. Auch hier hilft die Ergebnisse mit etwas Abstand zu betrachten und nach kleinen Auffälligkeiten zu scannen, bis das Gesamtbild schließlich harmonisch ist.

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