Inmitten einer schnelllebigen Welt mit permanentem Zugang zu den Erfolgen und Highlights anderer Menschen bergen die alltäglichen Momente dazwischen ein besonderes künstlerisches Potenzial: Oft übersehen und kaum darüber berichtet, sind sie dennoch voller Bedeutung und vermögen auf intime Weise vom individuellen Leben zu erzählen. Sie überzeugen durch eine schlichte, alltägliche Ehrlichkeit und bieten die Möglichkeit zur Verbindung auf einer Ebene, die vielen Menschen gleichermaßen vertraut ist.
Das autobiografische Skizzenbuch-Projekt Zwischen den Momenten dokumentiert über einen Zeitraum von vier Monaten mittels schneller Buntstiftzeichnungen genau diese oft unbeachtet verstreichenden Augenblicke des persönlichen Lebens: flüchtige Begegnungen, stille Beobachtungen, alltägliche Gegenstände und Räume, Gefühle und Stimmungen. Seine Motive bewegen sich dabei auf einem Spektrum zwischen banal und tief persönlich, zwischen gegenständlich und abstrakt.
Prägend für das Werk sind besonders seine Chronologie und Kontinuität; die Skizzenbücher werden in zeitlicher Reihenfolge gefüllt und zu jedem Tag mindestens eine Zeichnung angefertigt. Ebenso der lockere und unangestrengte Zeichenstil, der eine Unmittelbarkeit mit sich bringt und die Flüchtigkeit der Momentaufnahme
unterstreicht.
unterstreicht.
Dabei lehnt sich das Werk an die literarische
Gattung des Tagebuchs an und versucht
keinesfalls, objektiv zu sein. Zwischen den
Momenten lebt von seiner persönlich geprägten Erzählweise und bietet flüchtige Einblicke in die individuelle Wahrnehmung des alltäglichen
Lebens. Diese Eindrücke sind intim, zugleich jedoch nicht voyeuristisch.
Das künstlerische Medium des Projekts bilden kleine Skizzenhefte im Format von 10,5 x 14,8 Zentimetern mit je 40 Seiten. Im Gegensatz zur üblichen Verwendung von Skizzenbüchern als Raum für Übungen oder Entwürfe, werden die Skizzenbücher in Zwischen den Momenten zu einem eigenständigen Kunstobjekt, dessen Zeichnungen in ihrem lockeren Stil und ihrer Flüchtigkeit bereits abgeschlossen sind. Die einzelnen Skizzenhefte sind jeweils auf ihrer ersten Seite nummeriert, datiert und auf diese Weise chronologisch geordnet. Auf insgesamt 407 Seiten in 11 Skizzenheften entsteht so eine chronologische Aneinanderreihung von Fragmenten des alltäglichen Lebens, die ein visuelles Tagebuch und indirektes Selbstportrait bilden.
Aus dem Entstehungsprozess von Zwischen den Momenten
Aus dem Entstehungsprozess von Zwischen den Momenten
Aus dem Entstehungsprozess von Zwischen den Momenten